Libellen im Kopf

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Gavin Extence bringt mit seinem zweiten Roman „Libellen im Kopf“ ein sehr emotionales und persönliches Werk heraus. Der Roman hinterlässt Spuren und regt zum Nachdenken an. Er beschäftigt sich nämlich mit einem Thema, das in unser heutigen Gesellschaft gleichzeitig präsent wie auch leicht verpönt ist.
Die Protagonistin Abby erkrankt an einer psychischen Störung, sie ist manisch-depressiv. Auslöser ihrer bipolaren Störung in ihrem Leben ist das unerwartete Auffinden der Leiche ihres Nachbars. Dabei reagiert sie nicht so wie die meisten Menschen reagieren würden. Statt schockiert und betroffen zu sein, sieht sie die ganze Situation ungerührt nüchtern. Als frei schaffende Journalistin verfasst sie sogar einen Artikel über das Auffinden der Leiche und ihre Art und Weise des Umgehens mit der Situation, bei der sie selbst nicht besonders gut wegkommt. In den folgenden Wochen ist Abbys Leben von einer Sprunghaftigkeit geprägt und typisch für eine manisch-depressiv Erkrankte.

Den Höhepunkt ihrer bipolaren Episode erlebt Abby als sie nach einer ausufernden Shoppingtour Unmengen an Geld verprasst, sich spontan ein Tattoo stechen lässt, in einem Luxushotel eincheckt und mit einem fremden Mann auf ihrer Suite verschwindet. Als dieser sie dann bedrängt und gewalttätig wird, beginnt sie so lange zu schreien bis das Hotelpersonal einschreitet. Im Anschluss wird Abby in eine psychiatrische Klinik gebracht und der Leser verfolgt ihre emotionale Entwicklung während ihrer Therapie mit.

Bereits den ersten Roman von Gavin Extence „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ habe ich gerne gelesen. Auch in seinem zweiten Roman ist der Schreibstil toll, die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und werden so real beschrieben. Im Allgemeinen habe ich mich während des Lesens gefragt, wie der Autor persönlich zu dem Thema steht. Um so beeindruckender finde ich es, dass der Autor am Ende des Romans einen ganz persönlichen Einblick in sein Leben gibt und von seinen Erfahrungen mit psychischen Störungen berichtet. Der Roman hat auch mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ich finde es toll, dass auch schwerwiegendere Themen aufgegriffen werden.

„Libellen im Kopf“ von Gavin Extence ist im November 2016 im Limes Verlag erschienen, eine Leseprobe der ersten 34 Seiten gibt es hier auf den Verlagsseiten von Random House

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